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Grimm's Wörterbuch: "Wohnen"
Zurückgehend auf den indogermanischen Ausdruck "uen", mit den Bedeutungen des Strebens, Wünschens und Liebens, bezeichnen die ethymologischen Urformen
unseres heutigen Begriffs "Wohnen" die Zustände des zufrieden Seins, des sich Behagens und des sich Freuens (germanisch: unwunands).
Diesen sprachgeschichtlichen Zusammenhang haben Autoren wie Heidegger und Bollnow im Sinn, wenn sie das Wohnen als Grundverfassung
des Menschen und Voraussetzung für die Entfaltung des Daseins überhaupt bezeichnen.
"Durch die Mauern des Hauses wird aus dem großen, allgemeinen Raum ein besonderer privater Raum heraus geschnitten und so ein Innenraum von einem Außenraum getrennt.
Der Außenraum ist der Raum der Tätigkeit in der Welt, in der es stets Widerstände zu überwinden und sich der Gefahr zu erwehren gilt, das ist der Raum der Ungeborgenheit, der Gefahren und des Preisgegebenseins. Darum braucht der Mensch den Raum des Hauses. Das ist der Bereich der Ruhe und des Friedens,
in dem der Mensch seine ständig wache Aufmerksamkeit aufgeben kann." (Bollnow, O.F.: Mensch und Raum, 1963)

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