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A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn
Für die Annahme des Aristoteles, das Genie bewege
sich zwangsläufig in der Nachbarschaft des Wahnsinns, scheinen
die Biografien zahlreicher herausragender Künstler und Wissenschaftler
zu sprechen, selten jedoch so eklatant wie im Falle des (homosexuellen) Mathematikers
John Nash, der 1994 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften
ausgezeichnet wurde - in Anerkennung bahnbrechender Forschungen,
die er bereits in den 50er Jahren geleistet hatte: Die Zeit dazwischen
war überschattet von einem Jahrzehnte anhaltenden Leiden an
paranoider Schizophrenie.
Der 1928 geborene Nash begegnete während des
Studiums in Princeton Koryphäen wie Albert Einstein, John von
Neumann und Norbert Wiener und brachte es mit seiner Fähigkeit,
traditionelle Muster unkonventionell weiterzuentwickeln, bald zum
Professor am Massachusetts Institute of Technology. Besonderes Aufsehen
erregte schließlich seine Spieltheorie, ein Verfahren zur
Analyse rationaler menschlicher Verhaltensweisen auf sozialem und
ökonomischem Gebiet.
Von sich reden machte er indes auch mit einem exzentrischen
Lebensstil und waghalsigen Hypothesen; so wähnte er sich in
Kontakt mit extraterrestrischen Wesen und hielt sich für den
Messias. Ein zwanghafter Rationalismus ruinierte obendrein seine
persönlichen Beziehungen und trieb ihn allmählich in Krankheit
und extreme Isolation, aus der er erst Mitte der 90er Jahre wieder
"erwachte".
Die faszinierende wie unheimliche Metamorphose jenes
"beautiful mind" beschreibt Sylvia Nasar, Wirtschaftskorrespondentin
der New York Times, in ihrer profunden Biografie. Mitunter allzu
detailversessen, im ganzen aber plastisch rückt sie uns das
Rätsel eines menschlichen Geistes zwischen Elite-Universität
und Heilanstalt vor Augen. John Nash, den wir hier zunächst
als hoffnungsfrohes junges Genie erleben, dann als gespenstischen
Wiedergänger auf dem Campus und endlich als genesenen, hochgeehrten
Wissenschaftler, bemerkt übrigens über seine Erkrankung
im nachhinein gelassen: Die Routine eines durchschnittlichen Professorendaseins
wäre möglicherweise weit schlimmer gewesen.

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