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Sylvia Nasar: A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn.
Das Leben des genialen Mathematikers John Nash. Zum Film 'A Beautiful Mind'

ISBN: 349223674X

A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn

Für die Annahme des Aristoteles, das Genie bewege sich zwangsläufig in der Nachbarschaft des Wahnsinns, scheinen die Biografien zahlreicher herausragender Künstler und Wissenschaftler zu sprechen, selten jedoch so eklatant wie im Falle des (homosexuellen) Mathematikers John Nash, der 1994 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurde - in Anerkennung bahnbrechender Forschungen, die er bereits in den 50er Jahren geleistet hatte: Die Zeit dazwischen war überschattet von einem Jahrzehnte anhaltenden Leiden an paranoider Schizophrenie.

Der 1928 geborene Nash begegnete während des Studiums in Princeton Koryphäen wie Albert Einstein, John von Neumann und Norbert Wiener und brachte es mit seiner Fähigkeit, traditionelle Muster unkonventionell weiterzuentwickeln, bald zum Professor am Massachusetts Institute of Technology. Besonderes Aufsehen erregte schließlich seine Spieltheorie, ein Verfahren zur Analyse rationaler menschlicher Verhaltensweisen auf sozialem und ökonomischem Gebiet.

Von sich reden machte er indes auch mit einem exzentrischen Lebensstil und waghalsigen Hypothesen; so wähnte er sich in Kontakt mit extraterrestrischen Wesen und hielt sich für den Messias. Ein zwanghafter Rationalismus ruinierte obendrein seine persönlichen Beziehungen und trieb ihn allmählich in Krankheit und extreme Isolation, aus der er erst Mitte der 90er Jahre wieder "erwachte".

Die faszinierende wie unheimliche Metamorphose jenes "beautiful mind" beschreibt Sylvia Nasar, Wirtschaftskorrespondentin der New York Times, in ihrer profunden Biografie. Mitunter allzu detailversessen, im ganzen aber plastisch rückt sie uns das Rätsel eines menschlichen Geistes zwischen Elite-Universität und Heilanstalt vor Augen. John Nash, den wir hier zunächst als hoffnungsfrohes junges Genie erleben, dann als gespenstischen Wiedergänger auf dem Campus und endlich als genesenen, hochgeehrten Wissenschaftler, bemerkt übrigens über seine Erkrankung im nachhinein gelassen: Die Routine eines durchschnittlichen Professorendaseins wäre möglicherweise weit schlimmer gewesen.

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