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Selbstbewusster Umgang mit psychiatrischen Diagnosen
In diesem Ratgeber wird dargestellt, was eine Diagnose ist und warum es Diagnosen überhaupt gibt. Petra Hunold und Ewald Rahn zeigen, welche positiven und negativen Konsequenzen Diagnosen zeitigen können und entwickeln Lösungsmöglichkeiten für auftretende Probleme. Psychisch Kranke werden zu einem selbstbewussten Umgang mit Diagnosen ermuntert und angeleitet.
Das Buch gibt Menschen mit psychischen Erkrankungen einen Überblick über Sinn und Zweck der Diagnostik, hilft ihnen sich im Dickicht der Diagnosen zurechtzufinden und zu einem förderlichen Umgang mit den Profis zu gelangen
Dieses Buch wendet sich vor allem an Betroffene, kann aber auch für Angehörige und an der Hilfeerbringung beteiligten Berufsgruppen interessant sein.
"Diagnosen sollten im Idealfall eine Erkrankung klar benennen und so eine zielgerichtete Behandlung ermöglichen. In der Realität sieht es für Psychisch Kranke allerdings
oft anders aus: Allzu häufig kommt es vor, dass psychiatrische Diagnosen die Betroffenen eher verunsichern und sie sich stigmatisiert und ausgeliefert fühlen, denn
die verwendeten Begrifflichkeiten sind in den verschiedenen Diagnosesysteme eher verwirrend. Es wird gezeigt, wie Diagnosen entstehen, in welchem Zusammenhang sie zur
Krankheit stehen und welche Grenzen sie haben können. Psychiatrische Diagnosen können für die Betroffenen und die Helfer auf verschiedenen Ebenen verschiedene Bedeutungen
oder Funktionen haben. So ist die Stellung einer Diagnose z.B. eine Zugangsvoraussetzung für psychiatrische Hilfen. Ausführlich wird die Bedeutung von individuellen Schutzfaktoren,
Ressourcen und Bewältigungsstrategien für die Überwindung der Krankheit geschildert. Eine Erwähnung des „Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplans" wäre vom fachlichen
Standpunkt aus wünschenswert gewesen. Ein weiterführendes Literaturverzeichnis und eine Adressenliste seriöser Internetangebote, wie z.B. dem Psychiatrienetz, fehlen leider.
Petra Hunold und Ewald Rahn ist es eindrucksvoll gelungen, einen leicht verständlichen und sehr informativen Ratgeber vorzulegen. Sie zeigen auf, wie wichtig für
Psychisch Kranke ein (selbst)bewusster Umgang mit psychiatrischen Diagnosen (und Therapieformen) sein kann."

Buchbesprechung von Andreas Hirling, in: Ergotherapie & Rehabilitation, 7/2000
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